English中文 EspañolFrançaisItaliano日本語한국어Portuguêsру́сскийNederlands

In dieser Serie teilen die Profi-Gäste Debbie und Michael Campbell ihre besten Tipps mit Airbnb-Gastgebern. Diesmal äußern sie sich zum Thema Gäste-Handbücher – und dazu, was für einen Unterschied diese ausmachen können. Die „Senior Nomads“ haben sich vor vier Jahren aus dem Berufsleben zurückgezogen, um sich ganz dem Reisen zu widmen. Dabei wohnen sie in Airbnb-Unterkünften auf der ganzen Welt. Bisher sind sie in 58 Länder und 180 Städte gereist und haben mehr als 135 Airbnb-Unterkünfte ihr Zuhause genannt. Die folgenden Tipps würden sie euch gern mitgeben:

Betrachte dein Gäste-Handbuch als einen Leitfaden für inneren Frieden – für dich und für deine Gäste. Es sollte der Ort sein, an dem deine Gäste Antworten auf typische Fragen des Lebens finden, zumindest auf solche, die sie sich bei einem Aufenthalt in deiner Unterkunft stellen könnten. Und da sie dank eines perfekten Gäste-Handbuchs quasi erleuchtet sind, lassen sie auch dir wiederum deine wohlverdiente Ruhe.

Bei unseren Aufenthalten in Airbnb-Unterkünften stellt uns etwa die Hälfte der Gastgeber schriftliche Informationen zur Verfügung, damit wir uns besser orientieren können. Und wir sind jedes Mal richtig dankbar, wenn wir diese Art von Informationen erhalten. Ob es ein laminiertes Blatt Papier oder eine prall gefüllte Mappe ist: Ein kurzer Blick in dein Gäste-Handbuch erspart es uns, dich anzurufen, wenn das WLAN nicht funktioniert oder sich eine Tür nicht öffnen lässt. Und was noch wichtiger ist: Wir bekommen dadurch einen Einblick, wie man bei dir vor Ort als Einheimischer lebt. Das kann bedeuten, dass wir wissen, wo wir im Notfall Hilfe holen können, welche Läden sich in der Nähe befinden, oder auch wo wir das perfekte Kaltgetränk bekommen.

Wenn du deine Gäste persönlich begrüßt und ihnen die Unterkunft zeigst und erklärst, ist das toll – aber es ersetzt kein Gäste-Handbuch. Wir sind bei der Ankunft leider manchmal etwas abgelenkt und hören nicht bei jedem Wort zu. In dem Moment, wo du dich verabschiedest und sagst: „Ruft mich an, wenn ihr etwas braucht“, kannst du dir sicher sein, dass wir irgendein Detail, das du uns gerade erst erzählt hast, nicht mitbekommen oder schon wieder vergessen haben. Und zweifelsohne werden wir dich dann wohl anrufen müssen. Für den Fall, dass uns niemand in deiner Unterkunft persönlich begrüßen kann, ist ein schriftlicher Leitfaden sogar noch wichtiger. Daher unser Rat: Wenn es sich lohnt, irgendetwas persönlich zu erklären, dann lohnt es sich in der Regel auch, es aufzuschreiben.

 Hier sind nun die Informationen, über die wir uns bei der Ankunft besonders freuen:

Es brennt! Genau wie bei einem Hotelzimmer musst du Gästen grundlegende Informationen für Notfälle zur Verfügung stellen. Darin sollte die komplette Adresse deiner Unterkunft angegeben sein sowie eine Möglichkeit, dich außerhalb der Airbnb-Plattform zu erreichen. Dein Gast muss in der Lage sein, einem Notdienst die Adresse zu übermitteln, ohne auf seinem Handy oder online danach suchen zu müssen. Gib die Telefonnummern der Feuerwehr, der Polizei und der ärztlichen und zahnärztlichen Notdienste an. Außerdem solltest du die Adresse und Telefonnummer der nächstgelegenen Apotheke auflisten sowie, wenn vorhanden, einer Apotheke, die rund um die Uhr geöffnet hat. Du solltest auch die Telefonnummer einer zuverlässigen Taxi-Zentrale angeben.

 Die Grundlagen. Neben den bereits erwähnten lebensrettenden Angaben sollte dein Gäste-Handbuch auch Informationen enthalten, die Zeit sparen und dafür sorgen, dass deine Gäste sich gut bei dir zurechtfinden. Das beinhaltet den Benutzernamen und das Passwort fürs WLAN sowie Infos dazu, wo sich der Router befindet. Hilfreich sind immer Anleitungen, wie der Fernseher, die Musikanlage, die Waschmaschine, der Geschirrspüler, die Klimaanlage, die Heizung und deine Küchengeräte bedient werden. Wenn du noch die Gebrauchsanweisungen der Hersteller hast, dann kannst du sie bereitlegen, da die Anleitungen dort meist in verschiedenen Sprachen enthalten sind. Diese grundlegenden Informationen helfen uns dabei, uns einzuleben, und verhindern hoffentlich, dass deine Ausstattung und Geräte versehentlich falsch verwendet werden. Damit alles ordentlich und angenehm abläuft, solltest du außerdem angeben, wo und wann der Müll entsorgt wird und wie man recyceln kann.  

Erleichter uns den Alltag. Gib die kleinen Dinge weiter, die das Leben in deiner Unterkunft angenehmer machen (und die du selbst wahrscheinlich schon längst verinnerlicht hast, weil du an die Macken deiner Unterkunft gewöhnt bist). Muss man an dem Schlüssel für die Eingangstür ein bisschen ruckeln? Oder braucht das Wasser in der Dusche ein paar Minuten, bis es heiß wird? Muss der Schalter an der Wand eingeschaltet sein, damit der Backofen funktioniert? Oder kommt die Nachbarskatze unerwartet zu Besuch, wenn man das Fenster offen lässt? Lass es deine Gäste wissen! Diese Tipps und Tricks zusammenzustellen macht zwar ein bisschen mehr Arbeit, aber genau wie bei einer schwierigen Yoga-Haltung wirst du dich ganz wunderbar fühlen, wenn du fertig damit bist.

Weltweit zuhause. Auf Reisen kann es sehr beruhigend sein, sich über eine Karte zu beugen und den eigenen Standort darauf deutlich markiert zu sehen. Mit einer Karte können deine Gäste Orte in der Nähe finden – oder den Weg nach Hause, selbst wenn der Handyakku leer ist. Mach bei deinem örtlichen Fremdenverkehrsamt halt und hol dir ein Dutzend Karten der Umgebung, oder suche online eine gute Karte und drucke mehrere Exemplare aus, um sie vorrätig zu haben. Wenn du im Fremdenverkehrsamt bist, kannst du auch ein paar neue Publikationen mit Veranstaltungskalendern mitnehmen – achte nur darauf, dass diese immer aktuell sind.

Namaste! Am meisten schätzen wir deine persönlichen Empfehlungen für Restaurants, Bars und Geschäfte – und Tipps, was wir uns während unseres Aufenthalts ansehen oder was wir unternehmen könnten. Verrate uns die Lebensmittelläden und die Fachgeschäfte, in denen du am liebsten einkaufst, wo man sich am besten die Haare schneiden lassen kann, wer die beste Pizza macht, und welche Geheimtipps man keinesfalls verpassen sollte. Und schreibe gegebenenfalls auf, wie man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und was sie kosten.

Uns ist außerdem aufgefallen, dass der Trend dahin geht, Gäste-Handbücher im Inserat oder über eine App verfügbar zu machen. Das ist eine gute Variante, aber wenn wir keine lokale SIM-Karte oder keinen mobilen Internetzugang haben, dann bringt uns das nicht viel. Es ist sehr beruhigend und hilfreich, die wichtigsten Angaben in Papierform zu haben. Warum machst du nicht einfach beides? Ehrlich gesagt kann sich keiner von uns beiden „Senior Nomads“ noch besonders gut verbiegen, aber wir sind dennoch flexibel. Und je mehr Informationen du an uns weitergibst, desto glücklicher sind wir. In diesem Sinne: Peace!