Man kann sich bücken, umdrehen oder einfach mal hoch schauen. Mit ein bisschen Aufwand ist es also möglich, seine Sicht auf die Dinge zu verändern. Und schon sieht man etwas, das man normalerweise gar nicht bemerkt hätte.

Oft reicht eine Kleinigkeit. Vor allem auf Reisen: ein Fehler auf der Landkarte,  Navigationsgeräte, die einen auf falsche Routen schicken. Oder man biegt einfach nur falsch ab. Und Zack: wandelt man schon jenseits der üblichen Pfade, abseits der Touristenströme.

Und manchmal verliebt man sich ausgerechnet dann in Orte, wenn man sich eigentlich verlaufen oder verfahren hatte. Also, los geht´s:

Trapani

Nehmen wir Trapani. Eine Stadt im Nordwesten Siziliens auf einer beeindruckenden Landzunge. Von hier aus kann man perfekt das Santuario dell’Annunziata besuchen und anschließend traditionell Focaccia Cabbucio genießen. Aber was dann? Die Umgebung lädt definitiv zu einer Erkundungstour ohne Ziel ein: Die Salinen von Trapani, wo seit unzähligen Jahren Meersalz gewonnen wird, zeigen sich in einer Mondlandschaft mit kleinen Dünen in blauen und rosa Farbtönen. Drum herum glitzernde Wasserbecken, Windmühlen und in der Ferne rosa Flamingos. Vom Flughafen Trapani erreicht man mit einem Mietwagen das Paradies dieses Naturreservats in nur 20 Minuten und kann sich vor Ort dann irre gut verlaufen/verlieben:

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Matera

Staunen wird man auch bei der Ankunft in Matera. Auf Erkundungstour abseits der üblichen Touristenrouten sieht man hier die imposanten Höhensiedlungen Sassi di Matera in den steilen Felswänden. In der Hochebene von Matera liegt auch der Nationalpark Alta Murgia. Von hier aus wandert man durch den Park bis nach Gravina. Atemberaubende Aussicht und beneidenswerte Fotomotive inklusive. Die Strecke ist auch zum Radfahren bestens geeignet. Wanderer werden den 12 km langen Weg zwischen Murgia Timone und Murgecchia zu den Sassi di Matera vergöttern.

Der nächstgelegene Flughafen ist Bari. Vom Stadtbahnhof erreicht man Matera direkt mit dem Bus.

Locorotondo

Vom Flughafen Bari aus mit dem Zug nach Fasano und dann weiter mit dem Linienbus kommt man an einen weiteren Ort, weit abseits der üblichen Touristenpfade: Locorotondo. Ein wundervoll-verträumtes Städtchen. Im August kommen wegen der Feuerwerksfeier „la Sagra Pirotecnica” zu Ehren des Heiligen Rochus von Montpellier mehr Touristen als üblich hierher. Sonst herrscht hier jedoch traumhafte Ruhe. Beim Spaziergang durch die Stadt kommt man nach dem Besuch der Kirche Madre di San Giorgio am berühmten Weinkeller „Cantina Sociale” in der Altstadt vorbei. Wer sich hier kein Glas Wein der Region gönnt, hat definitiv etwas verpasst.

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Lazio

Richtung Norden werden alle, die glauben, dass sich die Region Latium nur durch das Kolosseum auszeichnet, beim Anblick von Bellegra eines Besseren belehrt. Die kleine italienische Gemeinde liegt inmitten bezaubernder Gegenden auf dem Monte Celeste. Im Winter liegt hier oft mehr als einen Meter Schnee. Abseits der üblichen Wege ist ein Besuch der Altstadt von Bellegra ein Muss und schließt einen Besuch der nahegelegenen Grotte dell’Arco mit ein – Höhlen von fast 100 Metern Länge, mit Stalaktiten, Stalagmiten und beeindruckenden Schlucklöchern (Ponore). Diesen wenig bekannten Ort im Latium kann vom Flughafen Rom mit dem Zug bis Zagarolo und dann mit dem Bus bis Bellegra erreichen. Dort sollte man definitiv öfter auch mal nach oben schauen.

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Marche

Weiter hinein ins unbekannte Italien: zur Gemeinde Castelfidardo in der Marche. Auf der gesamten Fahrt vom Flughafen Ancona, ins Stadtzentrum, weiter mit dem Conerobus R, verzaubert uns ein Wahnsinns-Panorama. Wenn die Sonne auf das bergige Land mit der Burg und den Gärten der Porta Marina fällt, hat man den besten Blick auf das gesamte umliegende Tal im satten Grün. Von hier aus geht die Reise zu einer grünen Oase im Wald Selva di Castelfidardo mit einzigartiger Flora weiter – nur 8 km vom berühmten Monte Conero entfernt. Plötzlich findet man sich inmitten jahrhundertealter Eichen, Moos, Flechten und Pilzen wieder. Eine köstliche Kostprobe nordischen Waldes im Herzen des Mittelmeers.

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Toscana

Weiter geht’s in das Örtchen Roccastrada: seine Weine und Köstlichkeiten aus dem üppigen nördlichen Maremma sind auf der ganzen Welt bekannt. Roccastrada eignet sich perfekt, um den Touristenschwärmen zu entkommen. Hier kann man entspannt zwischen den Weingebieten spazieren. Wer mag kann auch noch weiter ins Landesinnere flanieren: über sanfte Hänge wandern, elegante baumbestandene Wege und Eichen- und Macchienwälder bis ins Val die Firma bewundern. Die wenig besuchte Gegend erreicht man am besten vom Flughafen Florenz und dann mit dem Zug vom Stadtzentrum bis nach Roccastrada.

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villa zina

Wer von euch wusste, dass sich der tiefste Gletscher in der Lombardei befand? Wer die Reste in der Nähe von Valorga sehen will, muss auf eine vom italienischen Alpenclub CAI geführte Tour gehen. Hier erfährt man dann, dass die Bewohner das Gletscher-Eis in den 1950ern verwendeten, um Wassereis mit Fruchtsirup zu machen. Auf der gleichen Führung bekommt man auch einen wunderschönen Blick auf den Comer See. Wie genau man zu diesem entlegenen Orte kommt? Ganz einfach: Flug nach Linate oder Malpensa und dann mit dem Zug Lecco-Sondrio-Tirano vom Hauptbahnhof Mailand bis nach Colico.

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Veneto

Für ein gemütliches Fahrrad-Wochenende auf entlegenen Wegen eignet sich auch die Brescianer Tiefebene mit seinem Kleinod Pontevico. Im Sommer finden hier tolle ländliche Feste statt und man kann sich zwischen den Bauernhäuschen dem Zauber der großen Landvillen, wie der Villa Martini und Villa Savadego-Molin, hingeben. Weiter mit dem Rad kommt auf einem Fahrradweg bis nach Orzinuovi. Vorbei an charakteristischen Dörfern wie Quinzano d’Oglio und Borgo San Giacomo. Am bequemsten erreicht man Pontevico per Flug nach Bergamo und dann weiter mit dem Zug bis nach Brescia und das letzte Stück mit der Linie LS013.

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Brescia

Diesen magischen und mysteriösen Ort im Veneto, kennen nur ganz wenige: den Canyon Brent de l’Art. Duch den Wildbach Ardo geformt, steht er dem berühmten Grand Canyon in Arizona in fast nichts nach. Das Wasser fließt hier seit Jahrhunderten durch die Kurven. Zurück blieben beeindruckende, bunt schimmernde Täler mit unregelmäßigen Wänden. Ein unglaublicher Ort, der im Sommerlicht noch farbenprächtiger glitzert. Wir befinden uns hier in den bellunischen Voralpen. Der nächstgelegene Flughafen ist Treviso/San Giuseppe. Von dort aus fährt man mit dem Zug nach Belluno oder Feltre und dann weiter mit einer der täglichen Verbindungen nach Trichiana.

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Cuneo

Wer gerne in der Natur übernachtet, sollte San Salvatore Monferrat zumindest einmal im Leben gesehen haben: Weinberge, Hügel, Bauernhäuschen und Straßen, die sich sanftmütig durch die umgebenden Täler schlängeln. San Salvatore Monferrato liegt im Herzen der Weinbaulandschaften und ist ein echtes Unesco-Weltkulturerbe. Gleich nach der Ankunft hält man hier am besten nach der langen, großen Weißdornhecke Ausschau, die die Giardini di Villa Genova begrenzt. Die Giardini sind ein wundervoller, über 10.000 Quadratmeter großer Garten: jahrhundertealte Bäume, prächtige Rosen und jede Menge wildes Grün. Ein absolutes Muss für Botanik-Freunde und Romantiker.

In den Monferrat gelangt man am besten vom Flughafen Genua im Zug bis nach Alessandria und dann mit der Linie 2 in Richtung Cuccaro Monferrato.

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Es ist nicht immer die leichteste Übung, tatsächlich abseits der üblichen Touristenpfade zu reisen. Meist reicht es aber schon, sich  einfach mal bewusst treiben zu lassen, um sich vielleicht zu verirren, um völlig unerwartete Welten zu entdecken.


 Mit zwölf ist @Fraintesa zum erstem Mal geflogen. Seitdem ist sie einfach immer weiter gereist. Mittlerweile war sie in mehr als 40 Ländern auf fünf Kontinenten unterwegs. Von Australien nach Korea, von Lofoten Island nach Kuba, von Kenia nach Aruba. Seit 2012 ist @Fraintesa Gastgeberin bei Airbnb. Nicht nur weil sie unheimlich gern Dinge und Erfahrungen mit anderen Menschen teilt. Ihr ist es auch sehr wichtig, nicht nur die Oberfläche der Orte zu sehen, an die sie reist. Am liebsten möchte sie einfach immer und überall in die Tiefe gehen und auch auf Reisen wie ein echter Einheimischer leben.