Nate und Amanda von The Shalom Imaginative verbringen ihr gemeinsames Leben auf Reisen. Es gibt kaum eine Woche, in der das Paar nicht unterwegs ist. Als Fotografen reisen sie durch die USA und um die halbe Welt. Hochzeiten und Familien sind ihr liebstes Thema. Die Schönheit des alltäglichen Lebens und Liebens halten sie in Fotos fest. Und genau diese Schönheit steht auch für sie selbst an erster stelle.

Unterwegs wollten Nate und Amanda endlich ihr hektisches Tagesprogramm hinter sich lassen und trotz unzähliger zurückgelegter Kilometer das Zuhause-Gefühl nicht weiter vermissen. Also gab es für die Fotografen nur eine perfekte Option: ein Zuhause, das einfach mitkommt, das einfach immer mitreist. Die beiden kauften ein altes Campingmobil, fünfeinhalb Meter lang. In monatelanger Eigenarbeit entkernten und renovierten sie ihr Vintage-Gefährt. Und natürlich haben Amanda und Nate ihr fahrbares Zuhause auch von Grund auf neu gestaltet und mit gaaanz viel Liebe ausgestattet. Das Ergebnis: ein Wohnmobil wie aus euren kühnsten Träumen. Gemütlich, komfortabel, voller Andenken an vergangene Abenteuer. Und das Beste: die beiden teilen ihren stylischen Zweitwohnsitz auch mit Airbnb-Gästen. In L.A. haben wir mit den beiden über das Herzens-Projekt gesprochen:

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Ihr lebt ja quasi auf Reisen. Was bedeutet für euch “Zuhause”?

AMANDA: Witzig! Immer wenn wir neue Familien treffen, stellen wir ihnen genau diese Frage. Es mag kitschig klingen, aber wir fühlen uns zu Hause, wenn wir zusammen sind – und überall dort, wo wir Inspiration finden. Das kann also einfach in der Natur sein, im Wald, wann immer wir uns kreativ austoben und tief durchatmen können. Der Camper ist all das. Für uns ist er eine Möglichkeit herauszufinden, was “Zuhause” eigentlich alles bedeuten kann.

NATE: Wir haben den Camper erst neulich fertig bekommen und die erste größere Reise damit gemacht – die kalifornischen Küste entlang, Big Sur, Yosemite Nationalpark. Unser Leben und Arbeiten sind so eng miteinander verbunden, dass ein Wohnmobil wirklich die beste Art ist, dem Stress unterwegs zu entkommen und auch mal den Stecker zu ziehen. Campen ansich finden wir schon toll. Aber eine richtige Unterkunft zu haben, in der wir mitten in der Natur kreativ sein können, ist der Wahnsinn.CAMPER-3

Was hat euch inspiriert, den Camper zu kaufen und in ein Zuhause zu verwandeln?

AMANDA: Wir sitzen echt viel am Computer und bearbeiten Fotos. Durch das Wohnmobil konnten wir endlich mal wieder etwas Reales mit unseren Händen machen. Wir lieben es, ästhetische Räume zu gestalten, völlig unabhängig vom Format. Wir wollten diesen einen Ort, an dem wir Inspiration und Ruhe gleichzeitig finden können.

NATE: Das Verrückte ist, dass wir den Camper total spontan gefunden haben, als wir gerade auf dem Weg ins Kino waren. Er stand da an einer Ecke rum mit einem Schild dran und war super günstig. Dann haben wir gleich mit den Vorbesitzern gequatscht und innerhalb von 24 Stunden gehörte das Ding uns.

Hattet ihr Erfahrungen mit alten Autos und solchen Umbauten?

NATE: Nicht direkt. Ich habe früher in der Holzverarbeitung gejobbt, darum war ich recht zuversichtlich. Aber wir hatten keine Ahnung von Klempnerarbeit oder Elektrizität, darum mussten wir viel online recherchieren und haben so von anderen Handwerkern gelernt. Anfangs dachten wir, wir brauchen vielleicht zwei, drei Wochen. Aber das war natürlich Quatsch. Wir mussten alles komplett rausreißen, es gab sogar einen Wasserschaden. Insgesamt haben wir jetzt ganze sechs Monate lang in unserer Freizeit gebastelt. Aber wir haben’s tatsächlich geschafft: Er ist fertig!

Wie würdet ihr die Ästhetik eures Campers beschreiben?

AMANDA: Unkonventionell und minimalistisch. Weil er relativ klein ist, wollten wir, dass er trotzdem hell und und offen wirkt. Auf beiden Sitzen vorne liegen Schaffelle. Die Wände sind weiß gestrichen und das Holz nach wie vor sichtbar. Den Boden hatten wir mit Dichtungsmasse bearbeitet, die durchsichtig sein sollte, sich aber als leuchtend rot entpuppte. Also mussten wir sie wieder rausreißen und durch Holz ersetzen. Außerdem haben wir hübsche marokkanische Teppiche, die Farbe reinbringen

Und wo habt ihr die Einrichtung her?

AMANDA: Das meiste aus Läden und von Flohmärkten in und um L.A. Außerdem einige Familienerbstücke. Ein toller Mix.

Was sind eure Lieblingsteile?

AMANDA: Das hört sich komisch an: aber es ist die Toilette! Es war so gut, das eklige alte Klo wegzuwerfen und ein schönes Neues einzubauen. Wir haben so viel unterwegs gefunden. Zum Beispiel wollten wir gerne Pflanzen, die aus Orten stammen, die wir bereist haben. Also holten wir einen Kaktus von außerhalb des Yosemite-Parks. Und wir haben Dinge aus Läden, in denen wir unterwegs zufällig gelandet sind. Irgendwie ist so ein dezentes Fische-Thema entstanden und etwas Regenbogen-artiges. In die meisten Dinge haben wir uns einfach unterwegs verliebt. Und jetzt fühlt es sich so an, als ob alles als Teil der Geschichte dieses Wohnmobils zusammen kommt. Das liebe ich!

Wie kam es, dass ihr mit dem neuen Gefährt gleich Gastgeber bei Airbnb geworden seid?

NATE: Der Camper ist ein Ort, um der Hektik des Lebens zu entkommen. Aber wir lieben es auch, immer wieder andere Leute, Reisende und Künstler kennenzulernen und generell Dinge mit Menschen zu teilen. Wenn wir verreisen, wohnen wir selbst gerne in Airbnb-Unterkünften und nicht in stinknormalen Zimmern mit schlecht gerahmten Standardfotos an den Wänden. Zuhause bedeutet für uns eben nicht einfach nur ein weiches Bett. Wir träumen schon eine ganze Weile davon, mehrere Unterkünfte zu haben, in denen wir auf Reisen leben können. Und natürlich würden wir diese gern mit anderen Künstlern und Reisenden teilen und bei Airbnb vermieten. Das wäre für uns die ultimative Definition von “Zuhause”.

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Alle Fotorechte: The Shalom Imaginative.

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